Prachtvoll erhaltene Barockanlage

Kloster Ochsenhausen

Prachtvolle Barockanlage

Kloster Ochsenhausen

Das gut erhaltene Kloster St. Georg in Ochsenhausen gehört zu den großen barocken Anlagen in Oberschwaben. Die Besucher der Oberschwäbischen Barockstraße erwartet in Ochsenhausen ein Barockerlebnis in seltener Vollständigkeit.

Spätgotische Wandmalerei des hl. Benedikt in der Prälatur von Kloster Ochsenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth

Er stellte einst Regeln auf, die bis heute gelten.

Von Benediktinern gegründet

Mönche aus dem Benediktinerorden siedelten sich im 11. Jahrhundert in Ochsenhausen an. Der Orden gilt als der älteste Orden der westlichen Kirche. Seine Mönche leben bis heute nach der Regel, die der Ordensgründer Benedikt von Nursia im frühen Mittelalter festlegte. Im Mittelpunkt seiner Ordensregel steht die Anweisung „Ora et labora“, lateinisch für „Bete und arbeite“. Diese Aufgaben bestimmen das Aussehen der Klosteranlage von der großen Kirche im Zentrum bis zu den Wirtschaftsgebäuden am Rande.

Bildnis von Abt Romuald Weltin im Museum von Kloster Ochsenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth

Er zählt zu den bedeutendsten Äbten des Klosters.

Eine riesige Aufgabe

Die erste Klosteransiedlung war bescheiden, doch die Anlage wuchs über viele Jahrhunderte. Mit dem Willen, die klösterlichen Sitten zu reformieren, ging meist eine Erneuerung einzelner Gebäude oder der Neubau ganzer Teile der Anlage einher. Sehr häufig war ein Bauvorhaben an die Persönlichkeit eines bedeutenden Abtes geknüpft. Im 18. Jahrhundert hatte Ochsenhausen drei große Äbte, denen die barocke Klosteranlage zu verdanken ist: Cölestin Frener, Benedikt Denzel und Romuald Weltin.

Grundriss von Kloster Ochsenhausen; Scan: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg

Das Kloster – als weitläufiger Neubau geplant.

Künstler im Kloster

Jeder Abt brachte neue Impulse nach Ochsenhausen. Beispielsweise Abt Johannes Lang: Er legte Anfang des 17. Jahrhunderts den Grundstein für den weitläufigen Neubau. Der Entwurf war eine Vierflügelanlage, die an der Kirche als Mittelachse ausgerichtet war – im Wesentlichen die Grundlage für das barocke Kloster. Andere Äbte beauftragten bekannte Künstler wie Aegid Verhelst der Ältere oder Architekten wie Johann Michael Fischer, nach dessen Plänen der Ostflügel mit dem großen Treppenhaus umgebaut wurde.

Azimutalquadrant in der Sternwarte von Kloster Ochsenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Joachim Feist

Der imposante Azimutalquadrant in der Sternwarte.

Geistige Nahrung

Die Benediktiner brachten Ackerbau und Viehzucht in die Region in und um Ochsenhausen. Darüber hinaus kultivierten sie die Wissenschaften, denn zur Arbeit gehörte nach Ansicht der Benediktiner auch die Erforschung der Welt. Das angesammelte Wissen gaben sie an die Ochsenhausener Novizen in einer hochkarätigen Schule weiter. Das Interesse an Wissenschaft und Forschung führte zur Einrichtung der Bibliothek, der Sternwarte und des Armariums – noch heute imposante Räume in der barocken Klosteranlage.

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