Prachtvoll erhaltene Barockanlage

Kloster Ochsenhausen

Lebenslanges Lernen

Der Bibliothekssaal

Abt Romuald Weltin ließ den Bibliothekssaal, wie den ganzen Nordflügel, 1783 im Stil des Klassizismus ausstatten. Damit gehört der Saal zu den spätesten Bibliotheken oberschwäbischer Barockklöster. Vom alten Bücherbestand blieb durch die Säkularisation nichts mehr erhalten.

Nordflügel der Bibliothek von Kloster Ochsenhausen auf einem Foto aus dem Jahr 1928; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Robert Bothner

Hier sammelte sich das Wissen von Generationen.

Ein Festsaal für die Bücher

Der Bibliothekssaal befindet sich im Obergeschoss des Nordflügels, über dem Kapitelsaal und dem Armarium. Er ist zweigeschossig mit einer umlaufenden Empore. Durch die Helligkeit aus vielen Fenstern und die weiße Fassung ergibt sich ein lichter, etwas kühler Raumeindruck. Für den Gesamteindruck fehlen allerdings die Bücher: Sie wurden vom neuen Besitzer von Ochsenhausen, Fürst Clemens Wenzel von Metternich, 1825 in sein Schloss Königswart nach Böhmen gebracht.

Standfigur Apollo im Bibliothekssaal von Kloster Ochsenhausen, 1787; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth

Antike Figuren fordern zum Lernen auf.

„... auf antique Art“

Mit der plastischen Ausgestaltung des Raumes „auf antique Art“, also im Stile des Klassizismus, beauftragte Abt Romuald Weltin Stuckatoren der Wessobrunner Schule. Als Auftraggeber ließ er sich mit seinem Wappen und Porträt verewigen. Die vier Standfiguren antiker Gottheiten und einer Muse fordern den Bibliotheksbesucher auf, sich durch wissenschaftliches Streben, geistige Auseinandersetzung, Kenntnis und Wissen zu bilden. Der Stuck an der Empore weist auf das in der Bibliothek versammelte Wissen hin.

Deckenfresko im Bibliothekssaal von Kloster Ochsenhausen, Johann Joseph Anton Huber, 1785/1787; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth

Das Deckenfresko versinnbildlicht die Weisheit.

Die göttliche Weisheit steht über allem

Den Auftrag für die Malereien an der Decke vergab Abt Romuald an Johann Joseph Anton Huber, der auch die Malereien im Kapitelsaal und im Armarium anfertigte. Im zentralen Deckenbild erscheint der Ordensgründer Benedikt von Nursia vor Maria, die hier als Sitzfigur – „Sitz der Weisheit“ – dargestellt ist. Dieses Motiv verdeutlicht, dass allem weltlichen Wissen, wie es hier in den Skulpturen dargestellt ist, die göttliche Weisheit stets übergeordnet ist.

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