Blick ins Mittelschiff der Kirche von Kloster Ochsenhausen

Gotik im barocken GewandDie Klosterkirche

Die spätgotische Klosterkirche St. Georg war ein lang gestreckter dreischiffiger Bau ohne Querschiff. Bei ihrer Weihe 1495 hatte sie 15 neue Altäre. Im 17. Jahrhundert wurde die Ausstattung modernisiert, doch das heute bestimmende barocke Aussehen erhielt sie erst ab 1725.

Barocke Eingangsfront der Klosterkirche von Ochsenhausen

Der barocke Eingang zur Klosterkirche.

Katholisch und barock

Bereits 1698 erhielt der Kirchturm zwei zusätzliche Geschosse und eine Art Zwiebelhaube, was als katholische Demonstration galt. 1725 erstellte der oberschwäbische Klosterbaumeister Christian Wiedemann dann die barocke Eingangsfront. Die Fassade mit ihrem Giebelaufsatz wölbt sich nun kraftvoll nach außen, in ihrer herrschaftlichen Erscheinung noch durch die Kolossalpilaster – Wandpfeiler – unterstützt, die beide Stockwerke überziehen.

Die barocke Ausstattung

Das Chorgestühl von 1686 stammt noch aus der ersten Phase der Barockisierung. Ab 1725 engagierte Abt Coelestin Frener mit sicherem Blick hochkarätige Künstler, die oft noch am Anfang ihrer Karriere standen: Dazu gehörten der Maler Johann Georg Bergmüller aus Augsburg, der in Rom ausgebildete Stuckateur Gaspare Mola sowie der Orgelbauer Joseph Gabler aus Ochsenhausen. Die Kanzel aber gestaltete der flämische Bildhauer Aegid Verhelst der Ältere.

Relief des Apostels Bartholomäus an der Hauptschiff-Südwand der Klosterkirche Ochsenhausen
Chorgestühl der Klosterkirche Ochsenhausen
St. Georg als Gesimsfigur an der Nordwand der Klosterkirche Ochsenhausen

Das Innere der Klosterkirche St. Georg bietet ein wahres Feuerwerk an barocken Verzierungen und Details.

Hochaltar von Johann Joseph Obrist mit dem Altarblatt von Johann Heinrich Schönfeld in der Klosterkirche Ochsenhausen

Der Hochaltar als Zentrum der Klosterkirche.

Die Altäre

Der Hochaltar im Chor war und ist das Zentrum jeder katholischen Kirche. In Ochsenhausen ist das Bild in seiner Mitte, die Krönung Mariens, doppelt bemerkenswert, denn der Maler Johann Heinrich Schönfeld war unbestritten der beste der Region – und evangelisch. Unter den zehn Nebenaltären besticht vor allem derjenige der Benediktuskapelle. Sein Aufbau stammt von Domenikus Herberger und besteht nicht mehr aus Architekturelementen, sondern gänzlich aus den überschäumenden Formen des Rokoko.

Deckenfresken im Chor der Klosterkirche Ochsenhausen

Theologische Szenen an der Decke.

Der Himmel öffnet sich

Johann Georg Bergmüller, einer der führenden Maler Süddeutschlands, schuf die 32 Deckenfresken zwischen 1727 und 1729. Deren im Detail aufeinander abgestimmten theologischen Inhalten legten die Ochsenhausener Mönche fest. Der Zyklus umfasst zehn Hauptbilder, die sich bei vielen Motiven auf die Klostergeschichte beziehen, beispielsweise ist die Klostergründung dargestellt. Begleitet werden die Hauptfresken von Heiligendarstellungen in den Gewölbezwickeln, unter anderem des Ordensgründers, des heiligen Benedikt.

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