Prachtvoll erhaltene Barockanlage

Kloster Ochsenhausen

Wo der Abt zu Hause war

Die Prälatur

Hier lebte und arbeitete der Abt. Das Gebäude nannte man bei Reichsklöstern „Prälatur“, weil deren Abt den Titel eines Prälaten führte. In jedem Kloster lag dieser Bau außerhalb des abgeschlossenen Bereichs der Mönche, der Klausur.

Prälatur von Kloster Ochsenhausen von Süden; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth

Drei Epochen der Kunst birgt die Prälatur.

Die Prälatur im Wandel der Zeit

Der Bau der Prälatur stammt aus der Spätgotik, doch von außen deutlich sichtbar sind Elemente aus der Renaissance: 1583 erhielt die Prälatur ein zweites Stockwerk und den Erkerturm. Im Zuge der Barockisierung setzte man 1723 die zweiläufige Treppe vor den Bau und 1783 einen neuen Helm auf den Erkerturm.

Audienzsaal mit Renaissance-Portalen in der Prälatur von Kloster Ochsenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Joachim Feist

Die Audienzhalle für den Empfang der Gäste.

Der Prälat empfängt Gäste

Im Obergeschoss der Prälatur befanden sich die Amts- und Wohnräume des Abtes. In der Audienzhalle waltete er seines Amtes. Sie stammt noch aus dem 16. Jahrhundert und beeindruckt durch ihre mächtige Kassettendecke und die geschnitzten Portale. Ende des 18. Jahrhunderts erhielt die Audienzhalle als repräsentativen Zugang eine zweiläufige verzierte Holztreppe. Sie war wichtig, denn hier konnte der Abt im Wortsinn zeigen, wie weit er seinen Gästen – je nach Protokoll – entgegenkam.

Einstiger gotischer Kreuzgang im Untergeschoss der Prälatur von Kloster Ochsenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth

Der mittelalterliche Kreuzgang.

Von Konventgängen und Treppenhäusern

Im Untergeschoss der Prälatur, etwas unterhalb des Kirchenbodens gelegen, hat sich ein Teil des gotischen Kreuzgangs erhalten. Das barocke Kloster besaß keinen Kreuzgang wie noch im Mittelalter. Räume in der Prälatur und in den drei Flügeln waren nun in jedem Geschoss durch die innenliegenden Konventgänge verbunden. Zwischen 1738 und 1749 wurden sie mit Fresken und Stuckreliefs verziert. Dazu kamen zwei große, repräsentativ gestaltete Treppenhäuser, eines im Ost- und eines im Südflügel.

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