Prachtvoll erhaltene Barockanlage

Kloster Ochsenhausen

Zum Himmel empor

Die Kanzel

Den Auftrag für die Kanzel in Ochsenhausen hatte ein berühmter Künstler erhalten: der flämische Bildhauer Aegid Verhelst der Ältere. Er schuf ein schwebendes Gebilde, der Kanzelkorb getragen von einem Engel und bedeckt von einem Schalldeckel aus Wolken und kunstvollen Verzierungen.

Engel an der Kanzel in der Klosterkirche von Kloster Ochsenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth

Von Engeln getragen.

Die schwebende Kanzel

1742 war die Kanzel zur Zufriedenheit von Abt Benedikt Denzel fertig gestellt. Auf geniale Weise hat Aegid Verhelst (1696–1749) mit seinem Werk die Funktion einer barocken Kanzel verbildlicht: Der Prediger, der im sogenannten Kanzelkorb steht, soll die frohe Botschaft der Bibel mit einer Leichtigkeit verkünden, als sei er von Engeln getragen. Dann führt sie auch in den Himmel, der hier durch den Schalldeckel geformt ist.

Dach der Kanzel in der Klosterkirche von Kloster Ochsenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth

Der hl. Benedikt thront über der Kanzel.

Theatrum sacrum – das heilige Theater

Im Barock sollte die Verkündigung der christlichen Heilsgeschichte vor allem das Gefühl ansprechen. Dazu bediente sich die Kunst dramaturgischer Effekte, die beim Betrachter zu Staunen, Überraschung, ja Überwältigung führen sollten. Ein gutes Beispiel ist der Engel am Kanzelkorb, der mit überirdischer Kraft die Kanzel stemmt. Den Abschluss der Kanzel und der Predigt bildet die Figur des heiligen Benedikts, der – bereits in den Himmel entrückt – die göttliche Dreifaltigkeit anbetet.

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