Orgel der Klosterkirche von Kloster Ochsenhausen

Himmlische Klänge

Die Gabler-Orgel

Mit ihren 47 Stimmen und dem prachtvollen Aufbau, dem sogenannten Prospekt, gehört die Gabler-Orgel in der Klosterkirche St. Georg von Ochsenhausen zu den bedeutendsten in Süddeutschland. Werk und Aufbau stammen von dem Ochsenhauser Meister Joseph Gabler.

Detail der Gabler-Orgel mit Registern und Manualen der Klosterkirche von Kloster Ochsenhausen, Bild: Stadt Ochsenhausen

Hiermit zauberte der Organist wohltönende Klänge.

Das barocke Gesamtkunstwerk

Durch seine Doppelbegabung als Schreiner und Orgelbauer war Joseph Gabler (1700–1771) fähig, das barocke Ideal eines Gesamtkunstwerkes zu verwirklichen, bei dem sowohl die Ohren als auch die Augen angesprochen wurden. Der junge Orgelbauer überraschte mit einem ungewöhnlichen Werk, der ersten Orgel in Süddeutschland, die mit vier Manualen, also vier Tastenreihen ausgestattet war.

Detail der Gabler-Orgel in der Klosterkirche von Kloster Ochsenhausen, Bild: Stadt Ochsenhausen

Auch im Aussehen königlich.

Eine Königin der Instrumente

Kirchenmusik stand im Zentrum aller Barockklöster. Dafür schuf Gabler Orgeln in Kloster Ochsenhausen und in Kloster Weingarten, die sich durch eine Vielzahl von Registern und Stimmen auszeichnen. Zunächst baute Gabler die Orgel in Ochsenhausen von 1728 bis 1736, dann wechselte er nach Weingarten. Ab 1751 verbesserte Gabler seine Orgel in Ochsenhausen, unter anderem dadurch, dass er einen freistehenden Spieltisch baute.

Detail des Öchsle-Registers an der Gabler-Orgel in der Klosterkirche von Kloster Ochsenhausen, Bild: Stadt Ochsenhausen

Erklingt ein bestimmter Ton, erscheint das Wappentier.

Liebenswerte Spielerei

Die reichverzierte Orgel steht auf der Westempore. Im symmetrisch aufgebauten Prospekt fallen sofort die Pfeifen auf: Obwohl manche Pfeifen beschädigt oder nicht immer sachgerecht repariert wurden, sind 2.457 Pfeifen aus Gablers Hand erhalten. Insgesamt hat das Werk heute 3.174 Pfeifen. Gabler hat sich für Ochsenhausen eine liebenswerte Spielerei einfallen lassen. Sobald der Organist ein bestimmtes Register zieht, erscheint das Ochsenhausener Wappentier an der oberen Kante vom mittleren Prospekt.

Detail der Gabler-Orgel in der Klosterkirche von Kloster Ochsenhausen, Bild: Stadt Ochsenhausen

Nach der Restaurierung erstrahlt sie im neuen Glanz.

Die Sanierung der Orgel von 2000 bis 2004

Zwei renommierte Orgelbaufirmen waren an diesem umfangreichen Unternehmen beteiligt. Zunächst musste der Zustand der Orgel ganz genau untersucht werden, um eine Rekonstruktion des Zustandes von 1753 zu ermöglichen. Zu restaurieren waren der Spieltisch, die Windladen, die Mechanik, das Gebläse, das Pfeifenwerk und das Gehäuse. Das Wichtigste war die sogenannte Disposition. Hier bestimmten die Orgelbauer die Gesamtanlage für die Orgel, das Zusammenspiel zwischen Registern, Manualen, Trakturen und Stimmungen.

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Persönlichkeit: Joseph Gabler

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