Prachtvoll erhaltene Barockanlage

Kloster Ochsenhausen

Kämpfer für die katholische Kirche

Gerwig Blarer

Gerwig Blarer (1495–1567), Abt des Klosters Ochsenhausen, stemmte sich mit allen Kräften gegen die Reformation. Er wurde zum Meinungsführer der Katholiken Oberschwabens und stand Kaiser Karl V. als Ratgeber in Fragen des Kirchenrechts zur Seite.

Kloster Weingarten um 1500, aus der „Bauernkriegs-Chronik“ des Klosters Weißenau von Jacob Murer, 1525; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Im Kloster Weingarten begann Blarer seine Karriere.

Wie sah seine Karriere aus?

1511 wurde  Blarer Novize der Benediktiner im Kloster Weingarten. In Freiburg, Wien und Ferrara studierte er Kirchenrecht, bevor man ihn 1520 zum Abt von Weingarten ernannte. Wegen seines Einsatzes für die katholische Kirche in Zeiten der Kirchenspaltung galt er als der politischste Abt Weingartens und arbeitete mit dem aus Leutkirch stammenden Prälaten Johann Fabri zusammen. 1523 wurde Blarer Vorsitzender des Kollegiums der schwäbischen Prälaten. Später stieg er zum kaiserlicher Rat und Hofkaplan auf. Ein Privileg: 1537 erhielt er das Recht des Gebrauchs der Pontifikalien.

Karl V., Gemälde von Tizian, wird heute Lambert Sustris zugeschrieben; Standort: Alte Pinakothek München; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Für Kaiser Karl V. war Blarer ein wichtiger Berater.

Im Dienste von Kaiser und Papst für den Glauben?

1547 wurde Blarer Abt der Reichsabtei Ochsenhausen in Oberschwaben. Mit allen Kräften stemmte er sich dort weiter gegen die Reformation. Wo sein Vorgänger gescheitert war, gelang es ihm, die Reformation im Klostergebiet zu verhindern. Sowohl Kaiser Karl V. als auch dessen Bruder Ferdinand I. stand er als Ratgeber in Kirchenstreitfragen zur Seite. Sie betrauten ihn mit wichtigen Aufträgen. Papst Julius II. ernannte ihn zu seinem Legaten, Kaiser Karl V. 1556 zu seinem Kommissar beim Reichs-Kammergericht.

Amtsträger ohne Wahl?

Blarer gehörte seit 1520 dem Reichsprälatenkollegium an. Das war ein Gremium derjenigen Klöster und Stifte des Alten Reiches, die auf dem Reichstag vertreten waren und dort seit 1512 eine gemeinsame Stimme führten. Obwohl er nie formal gewählt worden war, oblag Blarer als Direktor die Repräsentation und Verhandlungsführung nach außen, die Ausschreibung der Prälatentage und die Verwaltung der Kasse, des Archivs und der Kanzlei. Diese Führungsrolle übte Blarer, der über gute Kontakte zu Kaiser Karl V. verfügte, bis zu seinem Tod 1567 unangefochten aus.

Als Abt der Reichsabtei Kloster Ochsenhausen wirkte Gerwig Blarer auch im gesamten Reich.

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