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Prachtvoll erhaltene Barockanlage
Kloster Ochsenhausen

Montag, 8. Juni 2020

Kloster Ochsenhausen | Allgemeines 11. Juni 1859: Klemens Wenzel Lothar von Metternich, Fürst von Ochsenhausen, stirbt

Am 11. Juni 1859 starb einer der führenden Politiker Europas in Wien: Klemens Wenzel Lothar von Metternich. Der berühmte Staatsmann war nicht nur österreichischer Außenminister, sondern auch Fürst von Ochsenhausen! Metternich drückt der österreichischen Politik seinen Stempel auf – und bestimmte auch die Geschichte des oberschwäbischen Klosters und seiner Einwohner.

EIN SPITZENPOLITIKER IN ÖSTERREICHISCHEM DIENST

Am 11. Juni 1859 starb Klemens Wenzel Lothar von Metternich. Er war nicht nur der bekannte österreichische Diplomat und Staatsmann, sondern trug auch den Titel eines Fürsten von Ochsenhausen. Metternich stammte aus einer alten Adelsfamilie, die ihren Besitz am Rhein hatte. Nach dem Studium der Staatswissenschaften begab er sich als Diplomat in den Dienst des österreichischen Kaisers. Der Aufstieg Napoleons zum Kaiser der Franzosen beeinflusste sein weiteres Leben ganz entscheidend: Im Chaos der Kriege arbeitete er sich 1809 zum Außenminister und führenden Staatsmann Österreichs hoch. Seine Sternstunde erlebte Metternich 1814 bis 1815: Unter seiner Leitung tagten die europäischen Herrscher auf dem Wiener Kongress und beschlossen eine Neuordnung der politischen Landkarte Europas. Die Geschichte des herausragenden Staatsmannes Metternich führt auch ins Oberschwäbische.

 

OCHSENHAUSEN UND DIE FAMILIE VON METTERNICH
Durch die großen Umwälzungen am Ende des 18. Jahrhunderts verlor die Familie Metternich ihren Besitz am Rhein. Zum Ausgleich erhielt sie 1803 das Kloster Ochsenhausen und dessen Besitz – insgesamt 255 Quadratkilometer, 43 Dörfer und Weiler mit rund 9.000 Einwohnern. Ochsenhausen war nicht nur irgendein Kloster: Es war neben Weingarten das erfolgreichste oberschwäbische Kloster. Ochsenhausen herrschte über ein relativ großes Gebiet, das zudem kompakt und zusammenhängend war – damals eine Seltenheit. Von der besonderen Macht und Stellung des Klosters zeugt heute noch die prächtige barocke Klosteranlage. Zusammen mit dem Besitz des einstigen Klosterterritoriums erhielten die Metternichs den neuen Titel der „Fürsten von Ochsenhausen“. Klemens Wenzel Lothar von Metternich erbte Ochsenhausen samt Titel im Jahr 1818 von seinem Vater. Als Fürst von Ochsenhausen war er damit auch Mitglied der württembergischen Landstände, einem Vorläufer des heutigen Landtags.

 

DAS KLOSTER IN WÜRTTEMBERGISCHEN BESITZ

Schon wenige Jahre später, im Jahr 1825, verkaufte Metternich, der Fürst von Ochsenhausen, seinen Besitz für die stolze Summe von 1,2 Millionen Gulden an das junge Königreich Württemberg. Die bedeutendsten Schätze aus dem Kloster hatte er zuvor bereits außer Landes schaffen lassen. Was an Wertgegenständen noch im Kloster geblieben war, wurde nun nach Stuttgart oder Ludwigsburg gebracht. Metternich blieb bis 1848 österreichischer Außenminister. Sogar noch bis zu seinem Tod am 11. Juni 1859 beriet er den österreichischen Kaiser Franz Joseph. Die eindrucksvolle Klosteranlage Ochsenhausen wurde in den folgenden Jahrzehnten als Ackerbauschule, Waisenhaus, Lehrerinnenoberschule und Aufbaugymnasium genutzt. Heute beherbergen die weitläufigen barocken Gebäude des Klosters die Landesakademie für die musizierende Jugend in Baden-Württemberg, einen Teil des Gymnasiums Ochsenhausen und das sehenswerte Klostermuseum Ochsenhausen.

 

Bildnachweis

Klemens Wenzel Lothar von Metternich, circa 1820-1825

Gemälde von Thomas Lawrence, Kunsthistorisches Museum Wien

(Wikimedia Commons, gemeinfrei)

 

SERVICE UND INFORMATIONEN

Klostermuseum im Fürstenbau

Di-So, Feiertag: 12.00 bis 17.00 Uhr

Erwachsene 3,00 €. ermäßigt 2,00 €, Familien 4,50 €

 

INFORMATIONEN

Kloster Ochsenhausen

Schlossbezirk 6

88416 Ochsenhausen

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