Prachtvoll erhaltene Barockanlage

Kloster Ochsenhausen

Der Erdglobus, Ausschnitt aus einem Gemälde in der Galerie des Bibliothekssaals von Kloster Schussenried; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Ortsverwaltung Bad Schussenried
Die Sonne als Fixpunkt

Das Heliozentrische

Weltbild

Das heliozentrische Weltbild rückte die Sonne statt der Erde ins Zentrum des Sonnensystems. Mit einem entsprechenden Modell und seinem Buch sorgte 1543 Kopernikus für Aufsehen. Die Kirche lehnte dieses Weltbild bis 1757 ab. Doch als Wissenschaft wurde die Astronomie in den Klöstern betrieben.

Illustration des heliozentrischen Weltbildes, 1708; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Das Heliozentrische Weltbild.

Die Erde bewegt sich

Das heliozentrische Weltbild geht – im Gegensatz zum geozentrischen, oder auch ptolemäischen, Weltbild – davon aus, dass sich die Planeten des Sonnensystems um die Sonne als fixen Punkt drehen. Diese Bwegung wurde auch für die Erde angenommen. Damit stand das heliozentrische Weltbild am Anfang der modernen Astronomie, obwohl damals nicht erkannt wurde, dass das Sonnensystem nur einen winzigen Teil des Universums ausmacht.

Portait des Nikolaus Kopernikus, Holzschnitt von Nikolaus von Reusner; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Nikolaus Kopernikus – ein revolutionärer Astronom.

Kopernikus und sein Werk

Bereits im antiken Griechenland gab es Überlegungen, dass die Erde um einen fixen Punkt kreist. Dennoch war es Nikolaus Kopernikus (1473–1543), der mit seinem Hauptwerk „De revolutionibus orbium coelestium“ 1543 für eine wissenschaftliche Sensation sorgte. Er entwarf darin ein mathematisch-naturphilosophisches Modell, in dem sich die Erde und die anderen Planeten auf Ellipsen um die Sonne drehten. Bis heute wird daher das heliozentrische auch als kopernikanische Weltbild bezeichnet.

Ölgemälde von Papst Benedikt XIV.; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Papst Benedikt XIV. hob den kirchlichen Bann auf.

Die Kirche(n) und das neue Weltbild

Aus den Kreisen der Kirche regte sich sehr früh Kritik am heliozentrischen Weltbild. Vor allem die Dominikaner sprachen sich vehement dagegen aus. Aber nicht nur auf katholischer Seite stellte man sich gegen das neue Weltbild, auch Luther selbst soll nicht überzeugt gewesen sein. Dennoch war es die katholische Kirche, die schließlich das geozentrische Weltbild unnachgiebig schützte und erst 1757 den Bann gegen Werke, die das heliozentrische Weltbild stützten, aufhob.

Die Sternwarte in Ochsenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Joachim Feist

Die Sternwarte in Ochsenhausen.

Astronomie in den Klöstern

Die offizielle Ablehnung des heliozentrischen Weltbildes durch die katholische Kirche bedeutete keineswegs eine Ablehnung der Astronomie selbst. So war es weiterhin erlaubt, sich mit den Sternen zu beschäftigen – und das taten die Mönche in Ochsenhausen. Daher entstand mit dem Neubau im 18. Jahrhundert auch die erste Sternwarte im süddeutschen Raum. Ebenso zeugen Globen und andere wissenschaftliche Instrumente, wie sie im Kloster Schussenried ausgestellt sind, von den Forschungen der Mönche.

Kloster Ochsenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

In Ochsenhausen beschäftigten sich die Mönche mit der Astronomie und anderen Wissenschaften – davon zeugen die Klosterbibliothek ebenso wie die Sternwarte.

TIPP

Im Klostermuseum von Kloster Schussenried sehen Sie zwei prachtvolle Globen aus dem 18. Jahrhundert.

Informationen zum Klostermuseum Schussenried
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